Archiv für August 2008

Zur genealogischen und phänomenologischen Rekonstruktion und Kontextualisierung von »Tat- und Unfallort«

Kurzerhand nur einige Stichworte, die das Nachdenken über sogenannte Tat- und Unfallorte reformulieren helfen sollen. Der Rückgriff auf die Phänomenologie scheint notwendig, um die konkrete Erfahrung als auch Zufügung von Schmerz, Anwendung von Gewalt jenseits eines radikalen Konstruktivismus denken und antizipieren zu können. Dies geschieht nicht in Gegensatz zu diskursiven und dekonstruktivistischen Analysen von entscheidenden Subjektkonstitutionen, sondern als Ergänzung, da vorausgesetzt wird, dass die Betrachtung von Tat und Schmerz im öffentlichen Diskurs unter moralischen, ontologischen, metaphysischen und ideologischen Perspektiven verhandelt wird.

Die Rekonstruktion jener Orte – besonders am Beispiel von Raub- und Sexualdelikten sowie Unfällen mit „Personenschaden“ vorgestellt –, soll vielmehr Bestandteil einer kritischen Auseinandersetzung mit der Kriminologie als positivistischer Wissenschaft, sowie ihren Diffundierungen im gesellschaftlichen Kontext stehen: wie gerät „kriminologisches“ Wissen in den Alltag? Wie trägt es dazu bei „Opfer“ und „Täter“ sozial zu konstruieren? Auf welcher Grundlage reproduzieren diese Konstrukte gesellschaftliche Auseinandersetzungen und damit Vorurteile, schlagen sich nieder in medialen Inszenierungen (Präformation von Film, Fernsehen, Popularmusik), kultureller Betrachtung (Kultur- und Literaturwissenschaften), aber auch in medizinischer, pathologischer und psychiatrischer Genese (Renaturalisierung gesellschaftlicher Dispositive durch Molekularbiologie, Hirnforschung, Neurophysiologie und Rehabilitationswissenschaften)?

Die Genealogie zielt auf das dezentrierte Individuum ab, welches sowohl konkreter „Vollstrecker“ oder „Leidtragender“ ist, als auch auf den Rezipienten kriminologischer Paratexte. Die Genealogie des modernen Selbst wird dabei als ein Disziplinar- und Normierungsdiskurs verstanden, der einerseits Selbsttechnologien bereitstellt, um den „Dezentrierten“ produktive (ideelle) Aneignung der Lebensumstände zu garantieren, andererseits als Herrschaftsmethode bürgerlich-kapitalistischer Gesellschaften, welche auf die Züchtung und Kanalisierung von Ressentiments ebenso aufbauen, wie die Durchsetzung von Partikularinteressen mittels Macht und Hegemonie. Letztere werden nicht zuletzt täglich diskursiv erzeugt und reproduziert.

Dazu wird es notwendig, Körperkulturen zu betrachten, die einerseits ein Wissen um das eigene leibliche Selbst darstellen, andererseits dieses Selbst hypostasieren, es als ein Leitmotiv bürgerlicher Intimität betrachten und tabuisieren. Das Aufkommen der Humanwissenschaften im frühen 19. Jahrhundert begründet mit seinem Wissen vom Menschen zugleich eine neue Betrachtung des Menschen, schafft neue Erfahrungsräume und -grenzen, die von jeweiligen Institutionen gesellschaftlicher Macht aufgegriffen und differenziert angewandt werden. Der „moderne Körper“ äußert sich darin im Wesentlichen durch die Anwesenheit von Funktion (i.e. Sprache, Handeln, Denken, Fühlen und i.w.S. Bewegung und Arbeit). Dieses Funktionieren wird zugleich als „Gesundheit“, was „geistige Gesundheit“ mit einschließt, verstanden und zur zentralen Referenz für „Normalität“. Um den Begriff der „Normalität“ wiederum kann nun „Abweichung“, „Abnormalität“ identifiziert, letztlich konstruiert werden. Konkret bedeutet dies Auschluß durch Internierung oder Prävention. „Normalität“ selbst kann ebenso hierarchisiert und funktionalisiert werden. Das vollkommene Gegenteil stellt dann die „Monstrosität“ dar. Abweichungen werden popularisiert (Informationspolitik), medialisiert (Horrorfilmgenre etc.) und immer wieder reproduziert und damit auch provisorisch – und vermeintlich prophylaktisch – pathologisiert („humangenetische Wende“ zum Ende der 1990er Jahre).

Festkörperphysik

Nachdem ich den Harrer und also das Harrersche Ferienanwesen verlassen hatte, einzig aus einer Notwendigkeit heraus verlassen musste, übermannte mich alsbald wieder jenes scheußliche Gefühl, von dem ich dem Harrer nur Andeutungen geben konnte, geben wollte, weil es mich ekelte, an das zu denken, was mich nun wieder umgab: schreckliche Deprivation sowie Alltagsgebrechen. Der Alltag, und an dieser Tatsache lässt sich nicht rütteln, ist und bleibt ein verhunzter, widerwärtiger, scheußlicher Zusammenhang. Er basiert auf Zwang und das macht mich kaputt, letztlich uns alle. Der Alltag hatte vor mir schon Millionen von Menschen auf dem Gewissen und nach mir werden es auch Millionen sein. Alle erstickt am widerlichen Gesellschafts-Etwas. Mag man in seiner Einfalt denken, dass es nicht der Alltag, sondern ein Zwischenfall, ein Umstand, eine Krankheit, ein Ausfall, Unfall, Zufall war, der eben jenen Alltag seinen besonders abstoßenden Charakter verlieh, so war es doch blanke Ideologie zu glauben, dass lediglich eine so genannte Besonderheit, den an und für sich „guten“ Tag detruieren würde. Vielmehr war der Zwang zur Alltäglichkeit bereits das Übel, dem jedermann sich unterwarf. Unterwarf? Unterwirft muss es heißen, denn es passiert, ist in actu, geschieht jetzt, morgen, darüber hinaus und so fort. Willentliches Ertrages, stilles Quittieren. Rebellieren? Wohl kaum, mehr resignieren, leugnen, verklären, träumen, hoffen, beten. Beten? Ja, beten! So unfassbar sich das anhören mag, jedoch ist die Sehnsucht nach Sinn stärker ausgeprägt denn je. Wenn ich untergehe in der Masse, mich durch keinerlei Manipulation an meinem Selbst (mehr?) hervortun kann (und wenn schon?), so herrscht Desillusionierung vor. Ewiger Pessismismus? Nein, viel eher dummer Optimismus, Dummheit, wer Gegenteiliges denkt. Nüchtern schaue ich aus dem Fenster und muss an den Harrer denken, an seine Gesten, Schritte, Atemzüge, an die Phänomenologie des Seins im Harrerschen Ferienanwesen, an die Abwesenheit der Zeit, ja an die Aufhebung der Zeitordnung. Und stets ist jeder Gedanke verbunden mit einem energischen Widerwillen irgendetwas zu tun oder irgendetwas zu denken. Immer denken zu müssen strengt mich an, macht mich müde und laugt mich aus. Tatsächlich? Der Alltag zerstört alles Kreative, alles Progressive und lässt nur Pest und Tod zurück. Gesellschaftspest und Gesellschaftstod. Jeden Tag sterben wir mindestens einen Gesellschaftstod oder infizieren uns an mindestens einer Gesellschaftspest. An Beulenpest, die wir mit nach Hause (was heißt das?) tragen und dort ausbreiten. Die Inkubationszeit ist kurz doch was soll es? Bereits am nächsten Tag stecken wir uns erneut an. Womit? Mit Heuchelei? Warum? Weil sie akzeptierte Verkehrsform ist. Mit Lügen? Weshalb? Weil die Lüge das einzige Kontaktmittel zu den Menschen ist. Mit Melancholie? Weswegen? Weil wir an unserer abscheulichen Situation nicht den perversen Charakter identifizieren und ausmerzen, sondern danach trachten, anderen Zeitgenossen nach den geltenden albernen Verkehrsregeln den Hof zu machen und also Gefühlsduselei vorzugaukeln, einzig um etwas Nähe, etwas Zuwendung zu spüren, zu erbetteln, um nicht zu verrohen.

Ich blätterte im Zögling, den mir der Harrer geschenkt hatte. Eine Notiz befand sich darin. Sie schien nicht sonderlich alt zu sein, vielleicht gar nur wenige Tage. Mag der Harrer sie während seiner Recherchen in der Bibliothek notiert haben. Jedoch, warum ließ er sie in dem Buch? Es musste sich um Absicht handeln, denn mögen seine Exkurse auf einen Außenstehenden noch so verstörend wirken, gewahrte ich doch, dass der Harrer alles andere als „geistesabwesend“ handelte, wie man so oft dummerweise sprach. Auf dem Zettel stand folgende, mich nicht minder beunruhigende Auskunft:


Todesfetisch

Es ist nur ein schmaler Grat, auf dem wir tagtäglich wandern. Die Grenze zwischen Leben und Tod setzen wir in der Regel stets als eine absolute, tabuisieren das Reden über das Sterben, denn der Tod beinhaltet all jenes, was der willentlich vollführte Alltag ablehnt. Der Tod ist die Abstinenz von Bewegung, Denken und Arbeit, er ist nutzlos, ein Nichts. Wir müssen uns stets mühen, unseren Körper und unseren Geist am Leben zu erhalten. Was leicht erscheint, wird mitunter zur Qual und jeder erlebte Tag wie eine gewonnene Schlacht betrachtet. Der Überdruss wird größer, der Ekel stärker, der Hass präsenter, der Wunsch zu Sterben erscheint am Firmament. Und dann sehen wir uns tot vor dem geistigen Auge und müssen lachen, ob der Einfalt uns etwas anzutun, statt das Bedrängende aus dem Weg zu räumen.

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Vorläufige Notiz zu Foucaults Konzept der Machtanalytik

Michel Foucault etabliert seine Arbeiten von vornherein als einen eigenständigen methodischen Ansatz. Bereits in Wahnsinn und Gesellschaft wird die Geschichte des Wahnsinn durch eine „Archäologie des Schweigens“ nachvollzogen und damit zugleich aufgezeigt, wie der Terminus der „Geisteskrankheit“ konstruiert und in der Folge Menschen, die sich durch „abweichendes“, nicht dem modernen Verständnis von Vernunft entsprechenden Verhalten hervortun, sozialer Beurteilung und Behandlung unterzogen werden. Kurzum: soziale und institutionelle Praktiken unterliegen einem raum-zeitlichen Wandel und bedingen die Entstehung neuer Institutionalisierungen. Die Psychiatrie als auch der um den Wahnsinn herum gestaltete medizinische Begriffskatalog sollen dies bezeugen. Auch in Die Geburt der Klinik. Eine Archäologie des ärztlichen Blicks wird diese „archäologische Methode“ bereits dem Untertitel des Buches entsprechend weitergeführt und anhand der Betrachtung der Krankheit sowie Herausbildung des Klinikwesens illustriert. Die Ordnung der Dinge weitet das Blickfeld denn auch auf die Humanwissenschaften, konkret Biologie, Linguistik und Ökonomie aus. Gemein ist allen drei Veröffentlichungen, die Foucault selbst in seinem Werk Archäologie des Wissens methodisch reflektiert, das Ausschlußmechanismen in Form von Aussagen lokalisiert werden, die auf einen spezifischen Begriff von „Wissen“ verweisen (savoir). Wissen wird hier allerdings nicht als ein lediglich subjektzentriertes Verhältnis von Erkenntnisgegenstand und Erkenntnistätigkeit, also dem, was für ein Individuum erfahrbar ist, verstanden, sondern repräsentiert den allgemein zugänglichen Wissensvorrat, dessen sich eine Gesellschaft zu einem jeweils historischen Zeitpunkt bedienen kann. Es handelt sich demnach vielmehr um eine Art common sense:

»In einer Gesellschaft verweisen die Wissensformen (les connaissances), die philosophischen Ideen, die Alltagsmeinungen, aber auch die Institutionen, die kommerziellen und polizeilichen Praktiken, die Sitten etc. auf ein bestimmtes Wissen (savoir), das dieser Gesellschaft eigen ist. Dieses Wissen unterscheidet sich fundamental von den Wissensformen, die man in wissenschaftlichen Büchern, philosophischen Theorien, religiösen Rechtfertigungen findet, da es vielmehr dieses Wissen ist, das zu einem gegebenen Zeitpunkt das Auftauchen einer Theorie, einer Meinung, einer Praktik ermöglicht«.

Jedoch will Foucault selbst nicht nur eine weitere Wissenschaftsgeschichte neben die vorhanden stellen, sondern sich bewusst von vorhandenen Auffassungen und Interpretationen von Geschichte abgrenzen. Ihm geht es nicht um die Suche nach „verborgenen“ oder „unterhalb“ der eigentlichen Handlungen und Aussagen gelegene Prozesse, die erst lokalisiert werden müssten, um demgemäß das Material entsprechend zu analysieren oder hermeneutisch zu reflektieren. Er will weder eine bloße „Geschichten-Schreibung“ vollziehen, die sich an individuellen, willkürlichen Interpretationen orientiert, noch eine Deduktion leisten, die gemäß eines universalistischen Erklärungsansatzes jegliches Phänomen nur noch „ableitet“.

Um zudem ausdrücklich aus einer rein sprachanalytischen Betrachtung von Wissenskonstitution herauszutreten, führt Foucault den Begriff des Diskurses ein, der von ihm als »eine Menge von Aussagen, die einem gleichen Formationssystem zugehören« definiert wird. Die Diskursanalyse soll nun als Instrument zur Kenntlichmachung bestimmter Konstitutionsbedingungen von Aussagen dienen:

»Die von der Sprachanalyse hinsichtlich eines beliebigen diskursiven Faktums gestellte Frage ist stets: Gemäß welchen Regeln ist eine bestimmte Aussage konstruiert worden und folglich gemäß welchen Regeln können ähnliche Aussagen konstruiert werden? Die Beschreibung der diskursiven Ereignisse stellt eine völlig andere Frage: Wie kommt es, dass eine bestimmte Aussage erschienen ist und keine andere an ihrer Stelle?«.

Was ermöglicht es demnach zu einem historischen Zeitpunkt eine Aussagenformation zu forcieren und zugleich andere zu disqualifizieren? Die gewählte „archäologische Methode“ offenbart jedoch den Fehler, dass alle von Foucault als „nicht-diskursiv“ benannten Erscheinungen wiederum selbst innerhalb des Diskurses konzeptualisiert und reguliert werden sollen. Der Diskurs wirkt demnach wie eine Determination und schreibt auch allen jenseits der konkreten Aussage liegenden Phänomenen seine Imperative ein. Ein klarer sprachanalytischer Horizont, der es jedoch verunmöglicht, die jeweilige Interessenlage und Machtverhältnisse, die den Aussagen zugrunde liegen zu ermitteln, und stattdessen dem Primat des anonymen, für sich bestehenden „Zeichens“ (Semantik) unterliegt.

Die Antrittsvorlesung am Collège de France Die Ordnung des Diskurses im Jahr 1970 soll nun darlegen, durch welche (Macht)Mechanismen Einfluss auf das jeweilige „sagbare“ Wissen genommen werden kann. Foucault unterscheidet dazu Modalitäten der Regulierung, die einerseits eine Trennung zwischen Erlaubtem und Verbotenem etablieren, vorgestellt am jeweils positiven Recht, daneben zwischen Vernunft und Unvernunft scheiden, was wiederum einer historischen Auffassung von Vernunft und beispielsweise Wahnsinn unterliegt, sowie drittens Wahr und Falsch kennzeichnen sollen, d.h., dass sich Diskurse stets auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen lassen müssen. Zwar fokussiert Foucault bereits stärker den Einfluss sozialer Praxis auf die jeweilige Aussagenformation, allerdings nur in negativer Hinsicht: durch Ausschluss auf institutioneller Basis einerseits, als auch Methoden der Diskursverknappung andererseits. Letztere ist insbesondere durch den Kommentar, die Instanz des Autors und die Organisation des Wissens in Disziplinen gekennzeichnet. Allerdings lässt sich nicht herausstellen wer oder was überhaupt restringiert werden soll, da eine konkreter Gegenstand, ein Interesse, Anliegen oder eine bestimmte Fraktion etc. nicht benannt werden.

Erst Überwachen und Strafen leistet den Übergang von negativen Mechanismen der Diskursregulierungen hin zu einer Darstellung der Produktivität von Ausschlussmechanismen. Die »Geburt des Gefängnisses« ist dabei weniger eine Nacherzählung von Strafprozeduren und Internierung, sondern widmet sich der Frage, warum zum Ende des 18. Jahrhundert zumindest in Westeuropa der Übergang von Marter und Folter zur Einsperrung vollzogen wird. Federführund wird dabei folgende Fragestellung sein: „Welche Art einer Besetzung des Körpers ist für das Funktionieren einer kapitalistischen Gesellschaft wie der unseren notwendig und hinreichend?“

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»Kriminologie« als Positivismus/ der Kriminalitätsdiskurs

Nachfolgend einige grundlegende Gedanken zum Kriminalitätsdiskurs, welcher sich durch mehrere Besonderheiten von der alltäglichen Praxis der Individuen unterscheidet. Gleichwohl ist er integraler Bestandteil dieser Gesellschaft sowie vielfach ausgeschlachtetes Thema innerhalb der öffentlichen Debatte. Zu fragen wäre jedoch jenseits medial-moralischer Auseinandersetzung nach den Ursprüngen für Kriminalität. Warum verstricken sich Kriminologen in Theorien über Devianz und bleiben damit streng genommen rein positivistisch? Darüber hinaus wäre eine Phänomenologie der „Tat“ zu leisten, die insbesondere das Wechselverhältnis zwischen Täter und Opfer neu formuliert („Herr-Knecht-Verhältnis“). Die Strafpraxis ist genealogisch und archäologisch auf ihren bürgerlich-kapitalistischen Gehalt hin zu reflektieren sowie entsprechend zu historisieren. Wie verhält es sich auch in der Kriminologie mit der Renaturalisierung gesellschaftlicher Dispositiva? Wie groß ist der Einfluss von Hirnforschung oder Psychiatrie auf den „Täterdiskurs“? Auch sind Gedanken zur Jurisarchitektur anzustrengen (nach welchen Prinzipien soll interniert, gestraft werden? Welchen langfristigen Effekt hat das Wissen um die Strafe auf Täter als auch Opfer?) Darüber hinaus interessieren Fragen zur Konstitution von Identität innerhalb inkriminierter Handlungen.

- Wechselverhältnis („Dialog“) zwischen Opfer und Täter (Konstituten jeweiliger Identität: „Opfer“, „Täter“)
- Raum --> die „Tat“ (Ort, Umgebung, Handlung)
Wahl des Ortes (Raumkonstituten)
Wahl des Opfers (Viktimkonstituten)
Wahl der Handlung (Handlungskonstituten)

- Dichotomie gegensätzlicher Willen (Antagonismus)
o Täter < --> Opfer
- Konflikt/ Lösung durch:
• Argumentation
• Kompromiss
• Aufgabe (einseitig/ beidseitig)
• Gewaltanwendung
- Gewalt an Opfer (Erfahrungsräume u. –grenzen für Opfer und Täter) [Willensbrechung]
o Erhabenheit vs. Erniedrigung (psychisches Moment)
o Kraftaufwand vs. Schmerz (physisches Moment)

- Auflösung des „Schauplatzes“
o Flucht und neuer Erfahungsraum für Täter (Antizipation des weiteren Verlaufs „Gelingen oder Vereiteltwerden?“
o Realisierung des gesamten Willensbruchs beim Opfer (Folgeerscheinungen: Traumata, Verletzungen etc.)
- Ursprung der Tat: Mangelempfinden, Interessenslage (Eigentum, Ehre, „Psyche und/ oder Biologie“ als fragwürdige/ haltlose Konstrukte)
- Genealogie des Rechts, der Strafjustiz, Kriminologie sowie Archäologie juristischer und politmoralischer Praxis
- Gewaltkritik durch Ursachenbekämpfung statt Repression