Das Medium Fotografie als solches hat es schwer, sich im Ränkespiel zwischen den einzelnen Künsten (Architektur, Malerei, Musik, Bildende Kunst) zu behaupten. Zurecht wird sie als „illegitime Kunst“ (Bourdieu) bezeichnet. Was durch die Möglichkeiten der technischen Reproduzierbarkeit eingeleitet (Massenkonsum und Freizeitfotografie) und auf weite Teile der Gesellschaft ausgedehnt werden konnte, erfährt durch die digitale Revolution auch in der Fotografie eine weitere Steigerung hin zu einer größeren Öffentlichkeit wie auch einer breiteren Anwenderschicht. Beides trägt dazu bei, die Fotografie seitens der Verfechter „hochstehender“ Kunst abzuwerten und zu verleugnen. Der breite Gebrauch der Fotografie bestärkt dies, wenn es sich lediglich um bewusstlose und nicht durchdachte Arrangements, gleichsam einer positivistischen Abbildung subjektiv gefärbter Realität und deren Inszenierung handelt. Dann gerät sie zum Bestandteil der Kulturindustrie und verwirkt ihren prinzipiell aufklärerischen und kritischen Charakter. Wie die Form nie reiner Selbstzweck war (Daguerrotype, Lomografie, Makro oder Graustufen), so sollte auch der Inhalt mehr als nur Material für galante Magazine, Galerien und ein dekadentes Publikum sein. Die Stellung des Fotografen zum Objekt ist dabei Ergebnis einer sozialen Struktur, die ihn solang beeinflusst, wie er sich dessen nicht klar wird. Der Fotograf ist ein Instrumentalist: Er benutzt seine Kamera als Sprachrohr seines praktischen Gefühls, seiner Gedanken wie Assoziationen; eins fällt ins andere. Er gefällt sich darin Momente in Szene zu setzen und mit Erwartungen oder Illusionen zu spielen. Er beherrscht den Ort, leitet das Geschehen, glaubt er, oder ist es gar der Moment, der ihn bestimmt und auf ihn einwirkt? Antithetisch sucht er nach der passenden Sequenz für sein Stimmungsbild – das im „geistigen Auge“ seinen psychischen Begriff findet –, und sich als vollendete Fotografie synthetisiert.

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Marginalien

Randerscheinungen haben manchmal einen mehr als eigentümlichen Charakter: so erscheint uns das, was vorderhand als „abstoßend“ etikettiert wird, fürderhin als eine durchaus begrüßenswerte Eigenart, die wir geflissentlich aufsuchen, ja sogar mehrmals aufsuchen und wiedersehen wollen.
Randerscheinungen können Wunden und Brüche, Schnitte und Risse, kleine Haarrisse hervortreten lassen, wenn sich unser empfindendes Auge dafür empfänglich zeigt. Wir bemerken die Besonderheit, die auch der Häßlichkeit immanent ist und fühlen ein Gefühl der Verletzlichkeit in uns, einfach, weil wir erkennen, dass Härte, Körperanspannung- und beherrschung das Konnotat von „Schönheit“ sein mag, jedoch Schwäche, ein Sich-gehenlassen, in der Unzulänglichkeit, der eigenen Inkomplettiertheit – die ja vielmehr eine Komplexheit darstellt –, stets vorhanden, und keineswegs ein abzulehnender Makel ist.
Wir suchen die Einsamkeit wie die Dunkelheit und finden sie in der Abgeschiedenheit. Fernab der Umtriebigkeit weicht das Gefühl der Paranoia jenem Gefühl der wohligen Beklemmung. Einzig wir sind uns unsicher, ob dies ein zu postulierendes Gefühl ist oder doch vielmehr nur eine Flucht darstellt. Wir einigen uns auf ein dringend notwendiges Kontrastmittel, welches gebraucht wird, um wieder atmen zu können. Störungsfrei atmen zu können.

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